Das Fähnchen des Christopher Lauer

Neuer Job, neue Meinung: Piraten MdA Christopher Lauer ist jetzt für Leistungsschutzrecht

via Netzpolitik.org

Wow… Der ach so ehrbare Herr Lauer. Den Bock zum Gärtner machen wäre danweit untertrieben…

Erst bei den Piraten einen auf Weltverbesserer machen und dann zum Axel Springer Verlag wechseln und für das Leistungsschutzrecht argumentieren? Asozialer geht es ja wohl kaum noch. Wie kannst Du morgens eigentlich überhaupt noch in den Spiegel schauen lieber Christopher?!? Wahrscheinlich hängt direkt daneben der erste Gehalts-Scheck oder der aktuelle Kontoauszug…

Ich war noch nie ein großer Fan von Dir, dein Riesen-Ego und Deine unglaubliche Arroganz gingen mir schon immer auf den Sack. Aber was Du als kleines Stück Integrität und Achtung mal irgendwann hattest, hast Du gerade ins Klo geworfen, einen Riesen-Haufen drauf gesetzt und die Spülung gedrückt.

Jetzt werden Tweets gelöscht die nicht mehr zu Deinem Gehalts-Scheck passen und wenn Dich jemand drauf anspricht vergleichst Du das mit der Vorratsdatenspeicherung. Dann sei doch wenigstens so ehrlich und gib zu das Du Dein Fähnchen jetzt in den Wind des am Besten zahlenden stellst.

Ekelhaft…

Liebe Piraten, ich hab die Schnauze voll…

…und trete aus.

Vielleicht kurz zur Erläuterung: Ich bin jetzt Mitglied der Partei seit 2009. Damals habe ich gedacht, dass die Piraten wirklich was bewegen können und ich wollte mit dabei sein, wenn die Idee einer offenen und transparenten jungen Partei die Politik-Landschaft verändert. Leider bleibt von dieser Erwartung nur ein Aschehäufchen übrig…

Ich bin kein wirklich aktives Mitglied (im Sinne von ich arbeite viel in der Partei mit) und ich bekomme die meisten Sachen nur aus der Presse mit, oder über Twitter und App.net, wo ich verschiedenen Piraten folge. Und das Bild, welches sich hier zeig kann man schon nicht mehr desaströs nennen! Diese Grenze hat die Partei schon lange überschritten…

Mein Eindruck der Partei und wahrscheinlich auch der meisten anderen „normalen“ Menschen die sich nicht 24/7 mit der Partei beschäftigen ist folgender:

  • Die Partei ist total zerstritten.
  • Die linke Hand weiß nicht was die rechte tut.
  • Rechtspopulismus wird geduldet und unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit nicht bekämpft.
  • Es gibt interne Gruppierungen deren Aufgabe es nur zu sein scheint, andere Gruppen oder Personen nieder zu machen.
  • Es gibt keine Linie innerhalb der Partei. Was A sagt wird von B teils als völliger Unsinn abgetan.
  • Es gibt keinen Sprecher, kein Gesicht der Partei. Die Piraten sind bis auf ein paar Ausnahmen völlig gesichtslos.
  • Wenn es Personen gibt mit denen man die Partei identifizieren KÖNNTE, werden diese von einem Großteil der Partei abgelehnt und massiv bekämpft.
  • Es gibt einige Schausteller innerhalb der Partei die sich nur profilieren möchten und sich nicht um die Partei selbst kümmern.

Wie gesagt, das ist mein eigener, subjektiver Eindruck. Wenn ich aber jemanden aus meinem Umfeld fragen würde wie er die Partei sieht, würde ich wohl ähnliche Antworten bekommen.

Liebe Piraten, das ist der Eindruck, den Ihr bei „normalen“ Menschen hinterlasst. Und da wollt Ihr als Partei noch die Parteienlandschaft verändern? Ihr seid schon lange unter die Räder geraten und zu einem Witz in der öffentlichen Wahrnehmung verkommen.

Und wenn dann ein Christopher Lauer der Taz ein „Interview“ gibt in dem er glaubt die Taz vorzuführen muss ich sagen: Lieber Christopher, bei den Lesern die nicht schon der Partei angehören und Dich leiden können, kommt dieser Artikel einfach nur als Peinlichkeit Deinerseits rüber. Ein arroganter Schnösel, der glaubt lustig zu sein. Ich selbst hab mich geschämt als ich diesen Artikel gelesen habe. So jemand vertritt mich als Pirat im Berliner Parlament? Peinlich.

Dieses „Interview“ (ich kann es nicht über das Herz bringen das tatsächlich als richtiges Interview zu bezeichnen…) war dann auch der letzte Tropfen. Ich möchte keiner Partei angehören, wo arrogante Menschen wie Herr Lauer die Öffentlichkeit als Spielwiese für ihren Größenwahn nutzen und Leuten die nicht den Piraten angehören ein Bild vermitteln, für das man sich nur noch schämen kann. (Kann man übrigens auch regelmäßig bei Holgi’s Podcasts auf Wrint.de nachhören, wenn Christopher Lauer mit dabei ist.)

Schade, ich dachte wirklich, die Piraten wären anders. Ok, anders sind sie wirklich, aber nicht in dem Sinne in dem ich es vertreten kann, sie weiter zu unterstützen.

Für mich ist das Experiment „Piratenpartei“ gescheitert und hat schlimmer noch, es hat neuen Parteien auf Jahre hinaus versaut auch nur ansatzweise Ernst genommen, statt belächelt zu werden…

Die E-Mail zum Austritt ist raus, wie gesagt, ich hab die Schnauze voll.

P.S.: Das hier hat übrigens nichts mit #Bombergate zu tun! Wie gesagt, das Lauer-Interview war der ausschlaggebende Punkt. #Bombergate hab ich nur am Rande mitbekommen.