Blind Guardian – Memories Of A Time To Come

Es hat lange gedauert, aber Blind Guardian haben endlich ein Best-Of Album veröffentlicht! Die wirklich bewegende Geschichte auf eine (oder in diesem Fall zwei) CD zu pressen ist kaum möglich. Das scheinen sich auch die blinden Gardinen gedacht zu haben, und so befindet sich bis auf eine einzige Ausnahme kein Song auf dem Best-Of Album, den es schon mal zu hören gab!

Ok, kurz durchatmen. Ein Best-Of Album, ohne bekannte Songs? Selbstverständlich nicht. 😉 Aber die Jungs aus Krefeld haben eben nicht einfach nur ein paar bekannte Songs auf ein Album zusammen gepackt, sondern haben sich ins Zeug gelegt um eben jenen Fans noch einmal was zu bieten, die sowieso schon alles zu Hause haben.

Insgesamt 16 Songs aus allen Epochen befinden sich auf den beiden „CD’s“ (ich hab’s natürlich in iTunes gekauft. 😉 ). Und das besondere daran: Bis auf „Sacred World“ vom letzten Album, wurde jeder Song noch einmal angefasst und bearbeitet, teilweise sogar neu aufgenommen.

Das Ergebnis ist größtenteils gut, stellenweise nicht ganz so gut gelungen. (Selbstverständlich handelt es sich hier um meine persönliche Meinung! Auf zwei Songs war ich ganz besonders gespannt: Mirror Mirror vom 1998er Meisterwerk „Nightfall In Middle Earth„. Das Zweite ist „And Then There Was Silence“ vom Nachfolger „A Night At The Opera„.

„Nightfall…“ hatte in meinen Augen das Problem, dass auf die Lead-Gitarre zu viel Aufmerksamkeit gelegt wurde. Es gab kaum Passagen, hinter die nicht eine oder mehrstimmige Leads gelegt wurden. Leider hat die Rythmus-Gitarre sehr stark darunter gelitten. Und genau hier hat der Remix von „Mirror Mirror“ auch angesetzt! Die Lead-Gitarren sind nicht mehr so EXTREM im Vordergrund (selbstverständlich sind sie weiterhin präsent), während die Rhythmus-Gitarren endlich mal deutlich hervorgehoben sind. Dadurch hat die neue Version deutlich mehr Wumms als noch 1998. Sehr schön! 🙂

Auf dem Nachfolger haben die Gardinen den „Trend zum Lead“ noch weiter auf die Spitze getrieben. „And Then There Was Silence“ war in meinen Augen ein Meisterwerk, welches aber extrem unter dem sehr künstlich klingenden Synthie-Sound gelitten hat. Wäre das Ding mit einem echten Orchester aufgenommen worden, wäre es wirklich perfekt gewesen. Als ich dann auf dem Best Of hinter dem Song „New Recording 2011“ gelesen hatte, hab ich genau darauf gehofft!

Auf dem letzten Album „At The Edge Of Time“ wurde endlich ein richtiges Orchester eingesetzt und das Ergebnis war fantastisch! Ich liebe dieses Album! Leider hat sich bei „Silence“ in diesem Bereich nichts getan. 🙁

Neu aufgenommen wurde ein Teil des Gesangs und ein Teil der Gitarren (jedenfalls hört man das deutlich heraus). Leider hat sich beim Rest nicht viel getan. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die neu aufgenommen Teile doch recht deutlich vom Rest unterschieden werden können und sich nicht so sauber integrieren (wenn man das Original kennt). Wirklich schade.

Zuletzt sei vielleicht noch das wohl bekannteste Lied „The Bard’s Song (In The Forrest) erwähnt. Mir persönlich gefällt die Original-Version von 1992 am besten gefällt. Auch die erste neu aufgenommene Version von 2003 kommt dort nicht heran. Was auf „Memories Of A Time To Come“ als neue Version aufgenommen wurde ist nicht schlecht, jedoch fehlt dem Ganzen die letzte Konsistenz. Der Song hört sich irgendwie zerstückelt an.

Na ja, das ist wie gesagt meine persönliche Meinung. Alles in Allem finde ich die Idee wirklich klasse und zum Großteil super umgesetzt. Alleine die Idee, jeden Song noch mal anzufassen und etwas umzuarbeiten, sollte öfter mal umgesetzt werden. Statt einfach nur ein paar Songs die man sowieso schon hat auf einer CD mal schnell als Best-Of rauszubringen, sollte man dem Fan etwas bieten. Und das haben Blind Guardian auf jeden Fall getan.

„Memories Of A Time To Come“ ist eine eindeutige Empfehlung! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.