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Instapaper vs. Readability

Instapaper war bisher die App meiner Wahl, wenn es um das spätere Lesen von Artikeln geht. Wer bis jetzt mit Instapaper und Co. (Read It Later z.B.) nichts anfangen konnte oder bis jetzt noch nichts davon gehört hat (aber das kann doch wohl kaum sein, oder? 😉 ), der sollte sich einfach mal Folge 8 des Raidenger.de-Podcasts anhören, da gibt’s eine ausführliche Erklärung!

Readability ist jetzt schon seit längerem auf dem Markt und hat schon einige Wandel durchgemacht. Bis November letzten Jahres war noch eine bezahlte Funktion (5 EUR im Monat) bei der man Artikel darin speichern konnte und ein Teil des Erlöses sollte dann dem Autor des Textes zu Gute kommen. Zunächst mal gar keine schlechte Idee, die jedoch – wie gesagt – im November letzten Jahres wieder eingestellt wurde.

Es konnte ab dann jeder kostenlos einen Account registrieren und Artikel im Web lesen. Besonders ist Readability mit seiner frühen Integration z.B. in den Reeder (Mac, iPhone, iPad) aufgefallen. Dort hatte und hat man auch weiterhin die Möglichkeit, Artikel in der Readability-Ansicht zu lesen, bei der Artikel in lesefreundlichen Text umgewandelt werden. Außerdem konnten gespeicherte Artikel über den Reeder direkt gelesen werden.

Soweit so gut, warum sollte man nun alt eingesessene Dienste wie Instapaper für Readability aufgeben? Was unterscheidet die beiden Dienste? Nun, im Grunde nicht viel. Beide haben eine iPad und iPhone-App, beide wandeln Artikel zuverlässig in einfach zu lesenden Text um und beide schicken Artikel an den Kindle. Für welche sollte man sich also entscheiden? Es gibt jedoch auch ein paar kleine Unterschiede.

1. Der Preis. Aktuell kostet Readability nichts, weder die Registrierung, noch die Apps kosten auch nur einen Cent. Die Registrierung bei Instapaper und die Funktionen in z.B. Reeder und Tweetbot (Artikel in Texte zu wandeln) sind ebenfalls kostenlos. Jedoch kostet die App an sich (Universal für iPhone und iPad) 3,99 EUR. Darüber finanziert der Entwickler Marco Arment im Grunde seine Entwicklung. Man fragt sich schon, welches Geschäftsmodell hinter Readability steckt. Aktuell gibt es weder Werbung, noch sonst irgendwelche Kosten.

2. Die Reeder Integration. Natürlich kann man Artikel im Reeder an Instapaper schicken. Jedoch gibt es eine eigene Sektion in jeder der Reeder-Apps für Readability Artikel. Man kann also im Reeder die gespeicherten Artikel direkt lesen. Dabei stellt sich allerdings die Frage: Wozu brauche ich dann eine eigene App?

3. Der Versand an den Kindle. Hier punktet Instapaper noch einmal. Bei beiden Diensten kann ich den Zeitpunkt des Versandes an den Kindle festlegen. Readability schickt dabei die noch nicht vorher versendeten Artikel in einer Datei an den Kindle. Instapaper hingegen schickt immer alle noch als ungelesen markierten Artikel an den Kindle, unabhängig davon ob sie schon einmal verschickt wurden oder nicht. Kommt jedoch an einem Tag kein neuer Artikel hinzu, wird auch keine Datei an den Kindle geschickt.

Das ist in so fern ein Vorteil, als dass man die Readability-Artikel u.U. zusammensuchen muss, wenn man mehrere Bücher dazwischen gelesen hat. Bei Instapaper hat man immer alle Artikel in einer Datei. Auch benennt Readability die Datei „Readability“ wenn es sich um mehrere Artikel handelt, benutzt jedoch den Namen des Artikels als Namen für die Datei. Das kann schon mal dazu führen, dass Artikel übersehen werden.

Ein Riesen-Vorteil den Instapaper jedoch hat ist, dass man die Artikel auf dem Kindle direkt als gelesen markieren kann! Man ruft den entsprechenden Link auf und der Artikel wird ins Archiv verschoben. Auch ein „Like“ kann ausgewählt werden.

Einen weiteren Nachteil den Readability hier hat, ist die E-Mail, die bei JEDEM Versand von Amazon verschickt wird… Ich hab es einfach nicht abbestellt bekommen und kann nicht verstehen, warum Amazon eine solche E-Mail verschickt. Bei Instapaper ist dies noch nie der Fall gewesen.

Nun, welche App sollte man nun benutzen? Meine persönliche Antwort ist einfach: Ich werde definitiv wieder auf Instapaper umsteigen. Die ständigen Amazon Mails (ja, ich schicke viel an die Dienste!) nerven einfach nur und mir ist das Geschäftsmodell einfach unklar (denkt dran, wenn etwas kostenlos ist, ist man selbst das Produkt!). Ansonsten macht Readability nichts besser, was Instapaper nicht auch macht. Die Reeder-Integration ist einfach nur Unsinn (oder die Apps, je nachdem was man lieber benutzt).

Der wichtigere Punkt ist jedoch, dass mir Marco Arment einfach verdammt sympathisch ist! Er ist ein ein-Mann-Unternehmen, der Instapaper komplett alleine gebaut hat und es ständig weiter entwickelt. Ich höre ihn jede Woche im Build and Analyze-Podcast mit Dan Benjamin im 5by5-Podcast Netzwerk. Er ist einfach ein verdammt sympathischer Kerl, den man einfach unterstützen muss! Es gibt auch ein Subscriber-Modell, bei dem man 1 US-Dollar pro Monat bezahlt. Das ist dann interessant, wenn man 50 Artikel und mehr permanent verwalten will. Auch wenn das bei mir nicht der Fall ist, möchte ich ihn einfach auf diesem Weg unterstützen. Er macht einfach fantastische Arbeit! Natürlich dies mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck.

So, Instapaper ist und bleibt einfach die App und der Dienst meiner Wahl. Wie sieht’s bei euch aus? Nutzt Ihr einen der Dienste? Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Würde mich über Antworten in den Kommentaren sehr freuen! 🙂

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